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Der demografische Wandel trifft alle

Leer stehende Häuser, viel zu groß dimensionierte Kläranlagen, Kindergärten, die keiner mehr braucht: Immer mehr Gemeinden müssen mit weniger Einwohnern leben – und Bürger mit höheren Kosten.

Wer es gerne luftig hat, wird die Entwicklung mit Freude beobachten. Für die Städte und Gemeinden aber, die damit fertig werden müssen, dass in absehbarer Zeit dort viel weniger Menschen als heute wohnen werden, ist das Thema Demografie eines, das sie vor große Herausforderungen stellt.

„Wir werden dazu kommen müssen, Stilllegungsprämien zu zahlen“, sagte z.B. der Darmstädter Regierungspräsident Johannes Baron (FDP) am Dienstag. Baron hatte die Vertreter der Kommunen unter der Überschrift „Quo vadis, Kommune?“ eingeladen, sich die Auswirkungen des demografischen Wandels vor Augen zu führen.

„Es wird darum gehen, sich nicht an das zu klammern, was wir heute an Infrastruktur haben“, urteilt Bernward Karl Junge, Berater der arf Gesellschaft für Organisationsentwicklung. Junge hat in 29 verstreuten Kommunen exemplarisch untersucht, welche Folgen der Wandel mit sich bringt, und hat Vorschläge gemacht, wie die Menschen damit umgehen können.

Vor allem Baugebiete im ländlichen Raum, die in den 50er bis 70er Jahren entstanden, werden in zunehmender Häufigkeit unter den Abrissbagger kommen. Dort wohnen heute oft schon hauptsächlich ältere Menschen, deren Kinder weggezogen sind. Die Gebäude sind kaum noch zu vermieten, Eigenheime nahezu unverkäuflich. Städte und Gemeinden, die sich noch über stabile Einwohnerzahlen freuen können, sollten die Zeit zum Umbau nutzen, rät Junge.

Mit Trinkwasser oder dem Umweltschutz dürfe im ländlichen Raum nicht weniger sorgfältig umgegangen werden als im Ballungsraum. Oder, wie Junge es formulierte: „Wir können ja auch nicht die Alarmierungszeiten der Feuerwehr reduzieren, weil es nicht genug Freiwillige gibt – und dann brennt ein Haus auf dem Land eben fünf Minuten länger als in der Großstadt.“

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