Dienstag, 13. März 2018

Veränderungen beim TV-Empfang über SAT

Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD) verlängert die Partnerschaft mit dem Luxemburger Satellitenbetreiber SES. Die Vereinbarung umfasst eine SD-Übertragung öffentlich-rechtlicher Programme bis Mitte 2020. Damit sichert sich die ARD Transponderkapazitäten über die Astra Orbitalposition 19,2° Ost. „Auch acht Jahre nachdem wir gemeinsam mit den öffentlich-rechtlichen Programmen HD gestartet haben, ist SD nach wie vor in den meisten Haushalten gelebter Standard“, freut sich Astra-Geschäftsführer Deutschland Christoph Mühlich. Die ProSiebenSat1-Gruppe hatte ihren Vertrag in gleicher Sache im Dezember für einen ungenannten Zeitraum verlängert. Dies geschah auch vor dem Hintergrund einer 55 Mio.-Euro Strafzahlung an das Bundeskartellamt: Wegen unzulässiger Absprachen der Privatsender über eine kostenpflichtige Vernarktung ihrer SD-Programme hatten die Kartellwächter erzwungen, dass diese bis 2022 über Sat und Kabel frei empfangbar und ohne Kopierschutz zu verbreiten sind. Astra ist der führende Empfangsweg in Deutschland: Ende 2016 empfingen in Deutschland 17,6 Millionen TV-Haushalte ihre Programme über Satellit.

Konkret bedeutet das: Die Öffentlich-Rechtlichen Sender, wie ARD und ZDF, bleiben bis 2020 in SD-Qualität über ASTRA empfangbar. Danach nur noch in HD, aber immerhin weiter kostenlos. Ab 2022 sind dann auch die Privatsender, wie RTL, SAT1, Pro7, Vox usw., per Satellit nur noch verschlüsselt und gegen Gebühr in HD-Qualität zu empfangen. Das Verfahren zur Freischaltung und Bezahlung wird ähnlich laufen, wie bereits jetzt schon beim Antennenempfang über DVB-T2. Die Abstrahlungen in der bekannten Standard-Auflösung über SAT wird spätestens dann komplett eingestellt.

Im Kabel: Die Deutsche Telekom kündigt die Abschaltung analoger TV-Sender in ihren Kabelnetzen an. Laut einer Meldung beginnt das im April mit Pilotprojekten in Bayern und Baden-Württemberg. Nach der Fußball-WM und bis zum Jahresende folgen die restlichen Versorgungsgebiete; genaue Termine werden noch nicht genannt.