Freitag, 31. August 2018

Das Amselsterben 2018

Es ist schon sehr auffällig: seit kurzem ist keine Amsel/Drossel mehr zu hören oder zu sehen. Vielleicht sind wir eines der in diesem Jahr besonders stark vom Usutu-Virus befallenen Landstriche?

2016 gab es eine zweite große Usutu-Welle, bei der sich das ursprünglich auf den Oberrhein beschränkte Verbreitungsgebiet ausdehnte. Auch in den 2011/12 betroffenen Gebieten gab es tote Amseln aber viel weniger als zuvor. 2017 folgte die von uns erwartete Fortsetzung des Ausbruchs vom vorherigen Jahr, und eine weitere Ausbreitung in Richtung Niederrhein. Es werden daher weiter Verdachtsmeldungen gesammelt. Aufgrund der warmen Witterung mit vielen Mücken, die das Virus übertragen können, kann es erneut viele tote Amseln geben.

Eine allgemeine Gefährdung der Amsel es nicht zu befürchten, aber in den jeweiligen Ausbruchsgebieten gehen die Amselzahlen messbar zurück. Nach den Ausbrüchen steigt die Zahl dann langsam wieder an, stabilisiert sich möglicherweise auf einem etwas niedrigeren Niveau. Lokal kann es sein, dass Amseln aufgrund des Virus vorübergehend fast komplett verschwinden. Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Wir können lediglich die einmalige Chance nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen.

Eine kranke oder tote Amsel gefunden? Bitte hier melden!

Bitte machen Sie bei Ihrer Meldung möglichst genaue Angaben zu Fundort, Funddatum und den näheren Fundumständen und zu den Symptomen der Vögel. Der NABU sammelt alle Daten, wertet sie aus und stellt sie Wissenschaftlern zur Verfügung.

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