Freitag, 14. Dezember 2018

Ein kleiner Schritt für den Zuschauer ...

1988 waren bemannte Flüge in den Erdorbit schon fast Alltag. Es gab nicht mehr dieses Kribbeln in der Magengegend wie noch 1967, als die erste Fernsehsendung live über den Atlantik per Satellit realisiert wurde. Vielleicht erinnern Sie sich noch wie die Beatles "All you need is Love" spielten.

Trotzdem war der Start des ersten Astra-Satelliten am 10. Dezember 1988 zumindest für die Rundfunkbranche etwas Besonderes. Denn mit Astra 1A begann ein neues Konzept der Rundfunk-Versorgung: Erstmals wurde aus dem All „Direct to home“ gesendet. Eine Ariane-Rakete trug Astra 1A von Kourou (Franz. Guyana) in den Orbit. Zuschauer können nun mit einer kleinen „Schüssel“ und einem speziellen (noch analogen) Receiver TV- und Radioprogramme aus dem All empfangen - ohne Umweg, z.B. über ein kostenpflichtiges Kabelnetz. Die „Ko-Positionierung“ mehrerer Erdbegleiter - d.h. ihr sehr geringer Abstand voneinander - lässt mehrere Satelliten von der Erde aus wie einen einzigen aussehen. Daher reicht eine „Schüssel“ für Hunderte Programme. Die werden nicht nur von privaten Haushalten genutzt, sondern auch von Kabelnetzbetreibern aufgefasst, die sie in ihre Netze einspeisen. Der „Footprint“ der Sat-Systeme umfasst zudem große Teile Europas - es handelt sich also um ein internationales Geschäft mit dem Nebeneffekt, dass man deutsche Programme auch im Spanien- oder Italien-Urlaub sehen kann.




Vom offiziellen Sendestart am 5. Februar 1989 an übertrug Astra bereits deutsche Privatsender auf der für deutsche Zuschauer wichtigsten Orbitalposition 19,2 Grad Ost. Dort befinden sich heute vier Astra 1-Satelliten. Heute sind es mehr als 500 SD-, 380 HD- und einige UltraHD-Kanäle für fast ganz Europa. Astra 1A wurde 2004 abgeschaltet und auf einer „Friedhofs“-Position im All geparkt. Die Luxemburger Firma Société Européenne des Satellites (SES) ist Betreiber von Astra-Orbitern auf mehreren Orbitalpositionen und von TV-Satelliten für andere Erdteile. 2004 stieg man mit einem Testkanal in die HDTV-Verbreitung ein. Private HDTV-Programme werden gebündelt, grundverschlüsselt und die Zugangsrechte an Privatleute verkauft. Die Einnahmen teilt man sich mit den beteiligten Veranstaltern.

Link: DieSenderpakete von ASTRA