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Gebühr für HD-Fernsehen ist nicht zeitgemäß

Kaum jemand will für HD-Fernsehen bezahlen. Die goldenen Jahre des Privatfernsehens sind in Deutschland längst passé. Vorbei die Zeiten, als „DSDS“ bei RTL noch Rekordquoten erzielte, vorbei die Zeiten, als Stefan Raab ProSieben in schöner Regelmäßigkeit Top-Reichweiten bescherte.



Kaum jemand ist bereit sind, für den HD-Empfang der Privaten zu zahlen. Das Problem ist in den Vorstandsetagen der Privaten noch nicht angekommen. Die Relevanz der Privaten schwindet beim Publikum immer mehr; daher wollen auch die wenigsten Menschen für ein ohnehin werbefinanziertes Programm bezahlen. Das alles lässt sich auch anhand von Zahlen belegen. Der Marktanteil von RTL beim Gesamtpublikum lag 2010 noch bei beachtlichen 13,6 Prozent. ProSieben hatte 2010 einen Marktanteil von 6,3 Prozent, Sat.1 schaffte stolze 10,1 Prozent. Und 2016? Da brachte es RTL noch auf einen Gesamt-Marktanteil von 9,7 Prozent, Sat.1 erreichte 7,3 und ProSieben 5,0 Prozent. ARD und ZDF hielten in diesem Zeitraum ihr Niveau hingegen konstant. Zudem stellt sich die Frage, wer nackte Geschlechtsteile und Zungenküsse von Casting- und Kuppelshow-Kandidaten wirklich in HD sehen möchte. Oder anders formuliert: Bisweilen sind die billig produzierten Sendungen der Privatsender einfach kein attraktives Angebot, um es in HD zu gucken.

Es ist einfach nicht zeitgemäß, für eine technologische Selbstverständlichkeit – und nichts anderes ist HD-Fernsehen inzwischen – Geld zu verlangen. Sicher ist die Ausstrahlung des HD-Signals für die Privaten mit mehr finanziellem Aufwand verbunden. Doch angesichts der Konkurrenz gehen sie ein hohes Risiko ein. Die neue digitale TV-Welt bestimmen längst Amazon Prime und Netflix. Bei den Streamingdiensten lassen sich hochklassige Serien und Filme in HD-Qualität schauen und störende Werbung gibt es erst gar nicht. Zudem sind die Kosten hier deutlich niedriger, da sich gleich mehrere Personen ein Streaming-Abo teilen können.

Wollen die Privaten also nicht auf Dauer in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wäre es immerhin ein erster Schritt, die HD-Programme kostenlos auszustrahlen. Denn zu glauben, dass die Zuschauer heute noch für einen verbreiteten TV-Standard wie HD extra bezahlen wollen, ist nichts weiter als ein naiver Irrtum.

Quelle: Focus

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